Der Begriff Hämatologie bezeichnet die Wissenschaft der Blutlehre. Dies umfasst sowohl gutartige Blutbildveränderungen als auch bösartige Erkrankungen (z.B. Leukämie), aber auch Bildungsstörungen des Knochenmarks, Blutbildveränderungen durch immunologische Prozesse und Störungen der Blutgerinnung.

Karzinom des Rachens

Ein Pharynxkarzinom ist ein bösartiger Tumor im Rachenraum.

Der Rachenraum besteht aus drei Abschnitten, die nach vorne hin offen sind: 

  • dem Nasopharynx (Nasenrachenraum, oberer Anteil), hier liegen auch die Rachenmandeln
  • dem Oropharynx (mittlerer Teil, Mundraum)
  • und dem Hypopharynx (unterer Abschnitt, im Bereich des Kehlkopfes)

Demnach werden auch die Tumore in nasopharyngeale, oropharyngeale und hypopharyngeale Karzinome unterteilt.

Erh√∂htes Risko, an B√∂sartigen Tumoren des Rachens zu erkranken, besteht bei:

  • EBV-Infektion 

  • und kombiniertem Alkohol und Nikotinabusus 

Die Beschwerden, die Tumore im Rachenraum verursachen differieren in Abh√§ngigkeit von der Lokalisation des Tumors. 

Beim Nasopharynxkarzinom k√∂nnen folgende Symptome auftreten:

  • Tubenventilationsst√∂rungen, mit der Folge von Druck- und V√∂llegef√ľhl im OhrRauschen und Schwerh√∂rigkeit.
  • Behinderte Nasenatmung
  • schleimig-eitrige Absonderungen aus der Nase, eventuell mit Blutbeimischung
  • L√§hmungen (Augenmuskell√§hmungen, sensible St√∂rungen im Gesichtsbereich,...und andere Ausf√§lle durch Sch√§digung der Hirnnerven)
  • Vergr√∂√üerte, nicht schmerzhafte Lymphknoten im Halsbereich

Beim Oropharynxkarzinom k√∂nnen folgende Symptome auftreten:

  • Schluckbeschwerden
  • Schmerzen im Ohr (evtl. wie Stiche), vom Hals ausstrahlend
  • klo√üige Sprache
  • vergr√∂√üerte,schmerzlose Halslymphknoten

Das Hypopharynxkarzinom kann folgende Symptome verursachen:

  • Schluckbeschwerden
  • vergr√∂√üerte, schmerzlose Lymphknoten im Halsbereich
  • in sp√§teren Stadien evtl. Heiserkeit
  • Luftnot

Auch hier wird der Arzt Sie zunächst nach evtl. Beschwerden fragen, und eine körperliche Untersuchung anschließen.

Zur Abklärung stehen folgende Untersuchungsmethoden zur Auswahl: Endoskopie, Ohrspiegelung, Hörtest (Innernohr-oder Schalleitungsschwerhörigkeit).

Die Diagnosestellung erfolgt dann durch eine Probeexzision mit anschlie√üender histologischer Untersuchung. H√§ufig werden zuerst die Lymphknotenmetastasen entdeckt, und in der Folge erst der Prim√§rtumor.

Computertomografie, Magnetresonanzuntersuchung, Ultraschall, Thorax-Röntgen und Knochenszintigramm werden zur Erfassung der Ausdehnung und von Fernmetastasen angewendet.

Stadium I: T1, N0, M0

Stadium II: T2, N0, M0

Stadium III: T3, N0, M0 oder T1-3, N1, M0

Stadium IV: T4, jedes N2-3, M0 oder M1

 

Primärtumor

Tx: Primärtumor ist nicht beurteilbar
T1: Tumor ist kleiner als 2cm
T2: Tumor ist gr√∂√üer als 2cm, aber kleiner als 4cm
T3: Tumor ist größer als 4cm
T4: Tumor infiltriert benachbarte Strukturen (Knorpel, Knochen, Weichteile

 

Lymphknoten

  • N0: keine region√§ren Lymphknotenmetastasen
  • N1: einzelne, auf der Seite des Tumors gelegene Lymphknotenmetastasen, die kleiner als 3cm ist
  • N2: Lymphknoten gr√∂√üer als 3cm, aber kleiner als 6cm
    • N2a: einzelne, auf der Seite des Tumors gelegene Lymphknotenmetastase
    • N2b: mehrere, auf der Seite des Tumors gelegene Lymphknotenmetastasen
    • N2c: auf beiden Seiten, oder auf der anderen Seite als der Prim√§rtumor gelegene   Lymphknotenmetastase

  • N3: Lymphknotenmetastasen>6 cm

 

Fernmetastasen

M0: keine Fernmetastasen
M1: nachweisbare Fernmetastasen

Im Tumorboard erfolgt die Diskussion des Falles. Hier sind mehrere Fach√§rzte vertreten (u.a. HNO-√Ąrzte, Onkologen, Pathologen, Strahlentherapeuten, Radiologen) um gemeinsam √ľber die beste Therapiem√∂glichkeit zu entscheiden. Die Therapie ist abh√§ngig von der Lage und der Ausbreitung des Tumors.


Pharynxkarzinome k√∂nnen mit operativen Verfahren und einer Strahlen- und Chemotherapie behandelt werden. Die Entscheidung, welches der Verfahren eingesetzt wird, oder ob eine Kombinationstherapie (Radiochemotherapie) sinnvoll ist, h√§ngt von der Lokalisation des Tumors, seiner Ausdehnung und eventuell vorhandenen Lymphknotenmetastasen ab. Zur Besserung der Tumorkontrolle wird bei gutem Allgemeinzustand die Strahlentherapie mit einer Chemotherapie kombiniert.  Die Aussicht auf Heilung ist umso besser, je fr√ľhzeitiger der Tumor erkannt wird.

Bei Nasopharyngealen Karzinomen steht die Strahlentherapie, bzw. die Radio-Chemotherapie im Vordergrund. Kleinere Tumore werden operativ entfernt. Sind Metastasen vorhanden, erfolgt im Anschluss eine Neck dissection.

Bei Oropharynxkarzinomen (Tonsille, Zungengrund) erfolgt die Therapie in fr√ľhen Stadien meist chirurgisch, eventuell mit anschlie√üender Radiotherapie. In fortgeschrittenen Stadien erfolgt zun√§chst eine operative Tumorverkleinerung (z.B. mittels CO2-Laser) mit anschlie√üender Radio-Chemotherapie. Auch hier wird nat√ľrlich bei Vorhandensein von Lymphknotenmetastasen eine Neck dissection durchgef√ľhrt.

Bei Hypopharynxkarzinomen ist in fr√ľhen Stadien eine teilweise Entfernung des Hypopharynx m√∂glich. In fortgeschrittenen Stadien kann eine Laryngektomie (Entfernung des Kehlkopfes) mit teilweiser Entfernung des Hypopharynx und Neck dissection mit anschlie√üender Nachbestrahlung erfolgen. Alternativ zur Operation kann auch eine Chemotherapie oder Radiochemotherapie durchgef√ľhrt werden.

Bei Inoperabilit√§t oder Fernmetastasen steht eine Verkleinerung des Tumors und Bestrahlung oder eine Radio-Chemotherapie zu Option. Als neue Substanzen kommen Immuntherapien zum Einsatz. Dabei wird das k√∂rpereigene Immunsystem stimuliert und die Abwehrzellen aktiviert, was zu einer verbesserten Krankheits- und Symptomenkontrolle und somit Verbesserung der √úberlebensrate f√ľhren kann.

Kolorektales Karzinom

Mit einer H√§ufigkeit von 30-40/100 000 Einwohner ist das Kolorektale Karzinom das zweith√§ufigste Karzinom bei M√§nnern (nach Bronchialkarzinom und Prostatakarzinom) und bei Frauen (nach Mammakarzinom). Ein Auftreten vor dem 40. Lebensjahr ist selten und das Risiko zu erkranken im hohen Alter ansteigend.

Der Dickdarm wird in drei Abschnitte eingeteilt: Caecum (Blinddarm), Kolon und Rektum (Enddarm). B√∂sartige Tumore k√∂nnen in jedem Darmabschnitt entstehen, sie entwickeln sich haupts√§chlich aus der Darmschleimhaut. 

Da die meisten Symptome erst in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien auftreten, werden mit der Vorsorgeuntersuchung zunehmend asymptomatische Kolonkarzinome diagnostiziert. Die Prognose in diesem Stadium ist besser als nach Auftreten von Symptomen.

Nicht-Risikopersonen ab dem 50. Lebensjahr:

  1. Darmspiegelung: Wiederholung bei unauffälligem Befund und fehlenden Risikofaktoren alle 10 Jahre.
  2. Es sollte j√§hrlich ein H√§moccult-Test (Test auf okkultes Blut im Stuhl), eine Inspektion des Anus und eine rektale Austastung erfolgen. Bei positivem H√§moccult-Test muss sobald als m√∂glich eine Darmspiegelung erfolgen.

Risikogruppen:
Wenn Verwandte ersten Grades an einem Kolorektalem Karzinom oder vor dem 60. Lebensjahr an einem Adenom erkrankt sind, sollte mit dem 40. Lebensjahr die erste Koloskopie erfolgen. Bei unauffälligem Befund sollte man sich alle 5-10 Jahre einer Kontrolle unterziehen.
FAP-Patienten: Die erste Koloskopie sollte bereits im 10. Lebensjahr erfolgen, danach jährliche Kontrolle.
HNPCC-Patienten: Es wird die erste Koloskopie bereits im 25. Lebensjahr empfohlen, danach jährliche Kontrolle.

Bei speziellen Risikosituationen oder nach Abtragung eines Polypen sollte in einem Einzelgespr√§ch mit dem Patienten eine Empfehlung f√ľr weitere Untersuchungen gegeben werden.

Um auch kleine Mengen an Blut zu erkennen, wird ein sogenannter H√§moccult-Test durchgef√ľhrt. Daf√ľr erh√§lt der Patient 3 Testkarten f√ľr daheim, auf die er, an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils eine kleine Menge Stuhl auftr√§gt. Mit Hilfe einer speziellen Fl√ľssigkeit, die auf die K√§rtchen getr√§ufelt wird, k√∂nnen auch kleine Blutbeimengungen erkannt und weitere Untersuchungen veranlasst werden.

Durch das Abtasten des Enddarms durch den Arzt k√∂nnen etwa ein Drittel aller Darmtumore ertastet werden. Um bei Verdacht auf Krebs den gesamten Dickdarm zu untersuchen, ist die Dickdarmspiegelung (Colonoskopie) die wichtigste Methode. Daf√ľr muss der Darm vorher entleert werden, da nur so optimale Untersuchungsbedingungen erzielt werden k√∂nnen. Wenn sich in der Spiegelung Auff√§lligkeiten zeigen, werden kleine Gewebeproben entnommen, die dann sp√§ter gef√§rbt und mikroskopisch ausgewertet werden.

Steht die Diagnose Kolonkarzinom fest, sind noch weitere Untersuchungen n√∂tig, um die Ausbreitung der Erkrankung festzustellen. Dazu geh√∂rt eine Computertomographie vom Brustkorb bis zum Becken, um die Gr√∂√üe des Tumors und seine Ausbreitung in die Nachbargewebe festzustellen. Mit einer Blutuntersuchung k√∂nnen eine Blutarmut durch den Blutverlust evtl. eine Erh√∂hung von Tumormarkern (Eiwei√üstoffe, die von Krebszellen produziert werden) erkannt werden.

TX: Primärtumor kann nicht beurteilt werden
NX: Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
Mx: Fernmetastasen können nicht beurteilt werden

T0: Kein Anhalt f√ľr Prim√§rtumor
N0: Kein Befall der regionären Lymphknoten
M0: keine Metastasen

Tis: Carzinoma in situ
N1: Befall von 1-3 perikolischen Lymphknoten 
M1: Fernmetastasen

T1: Invasion der Submukosa
N2: Befall von >3 perikolischen Lymphknoten

T2: Invasion der Muscularis propria

T3: Invasion der Subserosa oder des perikolischen Gewebes

T4: Perforation des visveralen Peritoneums oder Invasion in andere Organe
 

F√ľr die Therapie des Kolorektalen Karzinoms kommen im allgemeinen drei Therapieverfahren in Frage, wobei die Wahl der Therapie und eine evtl. Kombination von mehreren Therapiestrategien vor allem vom Erkrankungsstadium abh√§ngt (siehe unten).

Nach Diagnosestellung erfolgt im Tumorboard die interdisziplin√§re Diskussion des Falles. Hier sind mehrere Fach√§rzte vertreten (u.a. Onkologen, Chirurgen, Gastroenterologen Pathologen, Strahlentherapeuten, Radiologen) um gemeinsam √ľber die beste Therapiem√∂glichkeit zu entscheiden. Die Therapie ist abh√§ngig von der Lage und der Ausbreitung des Tumors sowie vom Allgemeinzustand des Patienten.

  • OPERATION
  • CHEMOTHERAPIE
  • STRAHLENTHERAPIE

OPERATION: Es m√ľssen neben dem betroffenen Darmabschnitt das gesamte Lymphabflussgebiet mit den dazugeh√∂rigen Lymphknoten und dem Bindegewebe, welches den Darm an der Bauchh√∂hle fixiert entfernt werden. Manchmal kann es n√∂tig sein, einen k√ľnstlichen Darmausgang anzulegen. Dadurch kann der frischoperierte Darmabschnitt entlastet werden. Sitzt der Tumor tief im Mastdarm nahe dem After kann es sein, dass der k√ľnstliche Ausgang bestehen bleiben muss.

STRAHLENTHERAPIE: Sie wird vor allem bei gr√∂√üeren Tumoren, die im Bereich des Enddarms lokalisiert sind, eingesetzt. Dadurch kommt es zu einer Verkleinerung des Tumors vor der Operation, bei Bestrahlung nach Tumorentfernung sollen einzelne, evtl. verbliebene Tumorzellen zerst√∂rt werden.

CHEMOTHERAPIE: Diese kann bereits vor der Operation eingesetzt werden, um den Tumor zu verkleinern. Eine postoperative Chemotherapie kommt h√§ufig vor. Zytostatika, die zur Behandlung des Kolorektalen Karzinoms verwendet werden sind unter anderem:

  • 5-FLUORURACIL (5-FU) behindert die Entstehung neuer DNA-Str√§nge und stoppt damit die Zellteilung. Durchfall, Entz√ľndung der Mundschleimhaut und das Hand-Fu√ü-Syndrom k√∂nnen als Nebenwirkung auftreten.
  • OXALIPLATIN f√ľhrt durch eine Vernetzung der DNA-Str√§nge zum Zelltod. Nebenwirkungen sind Neuropathien (pelziges Gef√ľhl, Ameisenlaufen in den Fingern oder Zehen), seltener Knochenmarksst√∂rungen
  • CALCIUMFOLINAT wird in Kombination zu 5-FU oder analogen Substanzen eingesetzt und verst√§rkt deren Wirkung.
  • CAPECITABIN: Diese Substanz kann oral eingenommen werden und wird in Tumorzellen zu 5-FU umgebaut, dadurch erreicht man im Tumor eine h√∂here Zytostatika-Konzentration als im gesunden Gewebe. Es treten die gleichen Nebenwirkungen wie bei 5-FU auf, aber in abgeschw√§chter Form.

Bei metastasiertem und primär nicht operablem Kolonkarzinom können eine Chemotherapie (in Kombination mit Antikörpern) oder in weiterer Folge neue Immuntherapien eingesetzt werden.

Larynxkarzinom

Der Kehlkopfkrebs/ das Larynxkarzinom ist eine b√∂sartige Tumorerkrankung im Bereich des Kehlkopfes. Er ist der dritth√§ufigste b√∂sartige Tumor im HNO-Bereich. Die Inzidenz von Kehlkopfkarzinomen wird durch geographische, soziale und ethnische Unterschiede beeinflusst. M√§nner sind h√§ufiger betroffen als Frauen. In Mitteleuropa tritt er bei M√§nnern mit einer H√§ufigkeit von etwa 8/100.000/Jahr, bei Frauen liegt die H√§ufigkeit bei ca. 1,4/100.000/Jahr auf. Die meisten Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung zwischen 50 und 70 Jahre alt.

Der Kehlkopf ist ein Organ im Halsbereich das einerseits der Stimmbildung dient und andererseits einen Teil der Atemwege darstellt.

Einer der Hauptrisikofaktoren f√ľr die Entwicklung eines Kehlkopfkarzinoms ist das Rauchen, insbesondere in Kombination mit erh√∂htem Alkoholgenuss. 90% aller b√∂sartigen Tumore dieses Organs nehmen ihren Ursprung in der Schleimhaut, in der Nikotin und Alkohol die Entartung von gesunden Zellen f√∂rdern. Diese mutierten Zellen vermehren sich und k√∂nnen zur Entstehung eines b√∂sartigen Tumors f√ľhren.

Auch lang anhaltende, chronische Kehlkopfentz√ľndungen, Asbest und √∂rtliche Bestrahlung f√ľhren zu einem geh√§uften Auftreten von Kehlkopfkarzinomen.

Folgende Symptome sollten zu einer Abkl√§rung beim Facharzt f√ľhren:

  • anhaltende Heiserkeit: wenn sie l√§nger als 3 Wochen besteht, sollte die Ursache unbedingt von einem Facharzt abgekl√§rt werden. Heiserkeit ist ein Fr√ľhsymptom bei Tumoren, die von den Stimmlippen ausgehen und kann damit zu einer fr√ľhen Diagnose f√ľhren. 
  • R√§usperzwang 
  • Fremdk√∂rpergef√ľhl
  • trockener Reizhusten 
  • Schluckbeschwerden: Heiserkeit muss nicht immer vorkommen, halten Schluckbeschwerden √ľber mehrere Wochen an oder nehmen diese gar zu, sollten sie abgekl√§rt werden.
  • Schmerzen
  • Vergr√∂√üerung eines oder mehrerer Halslymphknoten

In fortgeschrittenen Stadien k√∂nnen Atemnot, ein blutiger Auswurf und ins Ohr ausstrahlende Schmerzen auftreten.

Zun√§chst wird der Arzt Ern√§hrungsgewohnheiten, berufliche T√§tigkeit und aufgetretene Beschwerden erfragen und eine k√∂rperliche Untersuchung mit genauer Abtastung der Halslymphknoten durchf√ľhren.

Um einen Tumor im Bereich des Kehlkopfes auszuschlie√üen oder nachzuweisen wird zun√§chst eine Laryngoskopie (eine Spiegelung des Kehlkopfes) durchgef√ľhrt. Mit dieser einfachen und schmerzlosen Methode kann die Stimmlippenregion und die Kehlkopfschleimhaut gut beurteilt werden.

Besteht hiernach der Verdacht auf ein b√∂sartiges Geschehen, wird in der Regel im Anschluss unter Narkose eine genauere Untersuchung des Kehlkopfes mit dem Mikrolaryngoskop und anschlie√üender Entnahme einer Gewebeprobe erfolgen. Unter dem Mikroskop kann dann festgestellt werden, ob es sich um gesundes oder entartetes Gewebe handelt.

Sonografie, Computertomografie und Kernspintomografie werden zur Bestimmung der Ausdehnung des Tumors und f√ľr die genaue Bildgebung von Lymphknoten erfolgen.

Bei Verdacht auf Fernmetastasen kann ein PET CT erwogen werden.

Stadium I

  • T1, N0, M0
  • Tumor ist auf einen Unterbezirk begrenzt. Beim Stimmlippenkarzinom: Stimmlippe ist noch beweglich

Stadium II

  • T2, N0, M0
  • Tumor auf zwei Unterbezirke ausgedehnt; bei Befall der Stimmlippen: eingeschr√§nkte Beweglichkeit

Stadium III

  • T3, N0, M0
  • Der Tumor ist auf den Larynx begrenzt, betrifft aber mehr als 2 Unterbezirke, bei Befall der Stimmlippen: Stimmlippe fixiert

  • T1-3, N1, M0
  • ein Lymphknoten auf der Seite des Tumors ist betroffen, aber nicht gr√∂√üer als 3 cm

Stadium IV

  • T4, N0-1, M0
  • Tumor hat die Grenzen des Organs verlassen oder ist in den Knorpel eingebrochen 

  • T1-4, N2-3, M0
  • auf der kontralateralen Seite oder beidseitiger Befall der Lymphknoten, oder LK>3cm

  • T1-4, N0-3, M1
  • sobald Fernmetastasen vorhanden sind

Im Tumorboard erfolgt die Diskussion des Falles. Hier sind mehrere Fach√§rzte vertreten (u.a. HNO-√Ąrzte, Onkologen, Pathologen, Strahlentherapeuten, Radiologen) um gemeinsam √ľber die beste Therapiem√∂glichkeit zu entscheiden. Die Therapie ist abh√§ngig von der Lage und der Ausbreitung des Tumors.
Die Behandlungsm√∂glichkeiten bei diesem Tumor sind ChemotherapieBestrahlung und Operation, z.T. allein oder in Kombination. Welches Therapieverfahren angewendet wird, h√§ngt von der Tumorausdehnung, dem Ort und der Art des Tumors ab.

Bei kleineren Tumoren, bei denen nur ein Teil des Kehlkopfes befallen ist, ist es m√∂glich ihn zu erhalten und durch eine Operation einen Teil des Kehlkopfes zu entfernen. In fortgeschrittenen Stadien ist es oft erforderlich den ganzen Kehlkopf zu entfernen (Laryngektomie). Hiernach ist eine normale Atmung durch den Mund und ein normales Sprechen nicht mehr m√∂glich. Aus diesem Grund werden ein Tracheostoma (k√ľnstlich angelegter Luftweg zwischen der Luftr√∂hre und dem vorderen Teil des Halses) und nach der Operation ein Erlernen des Sprechens mit Hilfe einer neuen Sprechtechnik notwendig. 

Je nach Stadium ist eventuell eine Entfernung der Halslymphknoten erforderlich.

Radiotherapie und/oder Chemotherapie k√∂nnen vor der Operation, nach der Operation oder als alleinige Therapie (Radiotherapie) bei kleinen, nicht operablen Tumoren erfolgen. 

Die Heilungschancen h√§ngen von der Lage des Tumors ab. Da Stimmlippentumoren meist fr√ľhzeitig, durch die fr√ľh auftretende chronische Heiserkeit, diagnostiziert werden, liegt ihre Heilungsrate bei 90%. Ober-und unterhalb der Stimmritze gelegene Karzinome werden h√§ufig erst in einem sp√§teren Stadium erkannt, und haben deshalb eine schlechtere Prognose.

Mit der Immuntherapie sind neue Behandlungsmöglichkeiten des Larynxkarzinoms gegeben. Hier handelt es sich nicht um eine klassische Chemotherapie, sondern um einen monoklonalen Antikörper. Dieser stimuliert das körpereigene Immunsystem. So können die Abwehrzellen den Tumor besser erkennen und angreifen.

Magenkarzinom

Als Magenkarzinome werden b√∂sartige Tumore des Magens bezeichnet. Sie treten j√§hrlich circa bei 20-25 Patienten/100.000 auf. Die Anzahl der Neuerkrankungen ist in den letzten Jahren r√ľckl√§ufig. Grob kann man den Magen in Mageneingang (‚ÄěKardia‚Äú), Magengrund (‚ÄěFundus‚Äú), Magenk√∂rper (‚ÄěCorpus‚Äú) und Magenausgang (‚ÄěAntrum‚Äú) einteilen. An der Grenze zum D√ľnndarm liegt der Pf√∂rtner. Die meisten Magenkarzinome kommen im Bereich von Antrum und Pf√∂rtner vor, gefolgt vom Korpus.

Es sind einige Risikofaktoren f√ľr die Entstehung eines Magenkarzinoms bekannt:

  • Alkohol- und Nikotinkonsum
  • Hoher Nitratgehalt in Speisen (v.a. bei ger√§ucherten oder gesalzenen Speisen)
  • Infektion mit Helicobacter pylori: Da eine Infektion mit Helicobacter pylori ein deutlicher Risikofaktor f√ľr die Entstehung eines Magenkarzinoms ist, sollte diese vor allem bei Risikopatienten ausreichend behandelt werden (Eradikationstherapie)
  • Chronische Magenentz√ľndung, h√§ufige Magengeschw√ľre
  • Adenomat√∂se Magenpolypen
  • Zustand nach Teilentfernung des Magens
  • Genetische Faktoren

Fr√ľhe Symptome sind selten. H√§ufig treten Beschwerden erst bei fortgeschrittenen Stadien auf. Typische Symptome k√∂nnen folgende sein:

  • Schluckst√∂rungen
  • √úbelkeit, wiederkehrendes Erbrechen
  • Appetitverlust
  • Gewichtsverlust, M√ľdigkeit, Leistungsminderung
  • V√∂llegef√ľhl
  • Schmerzen im Magenbereich
  • Blutungen, schwarzer Stuhl, Blutarmut

Anhaltende Beschwerden im Magenbereich sollten mit einer Magenspiegelung (Gastroskopie) abgeklärt werden. Mit dieser Untersuchung können eine Infektion mit Helicobacter pylori erkannt werden und Gewebeproben aus der Magenschleimhaut entnommen werden.

Liegt ein Magenkarzinom vor, wird eine CT-Untersuchung von Brustkorb/Lunge bis zum Becken durchgef√ľhrt, um Ausbreitung und eventuelle Absiedelungen zu erkennen. In manchen F√§llen ist zus√§tzlich zur genauen Bestimmung der Ausbreitung eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) n√∂tig.

In einer Blutabnahme werden neben Blutbild, Leber- und Nierenwerte auch die Tumormarker bestimmt.

Nach Gewinnung einer Gewebeprobe erfolgt die genaue Bestimmung der Zelltypen und eine Pr√ľfung auf das Vorkommen bestimmter Rezeptoren.

Einteilung nach der UICC-TNM Klassifikation

 

PRIM√ĄRTUMOR:
T1: Der Tumor wächst oberflächlich

T1a: Tumor wächst in Lamina propria oder Muscularis Mucosae

T1b: Tumor wächst in Submucosa
T2: Der Tumor wächst in die Muskelschicht des Magens (Muscularis propria)

T3: Der Tumor wächst in eine Bindegewebsschicht (Subserosa)

T4: Der Tumor bricht aus der Subserosa heraus in das Bauchfell

T4b: Der Tumor infiltriert benachbarte Strukturen


LYMPHKNOTEN
N0: keine regionären Lymphknotenmetastasen
N1: 1-2 Lymphknotenmetastasen
N2: 3-6 Lymphknotenmetastasen
N3a: 7-15 Lymphknotenmetastasen

N3b: 16 oder mehr Lymphknotenmetastasen

FERNMETASTASEN:
M0: keine Fernmetastasen
M1: nachweisbare Fernmetastasen

Die Therapie ist abh√§ngig von Tumorfortschritt (Stadium), Art des Tumors sowie Allgemeinzustand des Patienten. Im Tumorboard erfolgt die interdisziplin√§re Diskussion des Falles. Hier sind mehrere Fach√§rzte vertreten (u.a. Gastroenterologen, Onkologen, Chirurgen, Pathologen, Strahlentherapeuten, Radiologen) um gemeinsam √ľber die beste Therapiem√∂glichkeit zu entscheiden.

In fr√ľhen Stadien kann eine endoskopische Resektion erfolgen.

In fortgeschrittenen Stadien wird eine Operation mit begleitender Chemotherapie durchgef√ľhrt.

Hier erfolgt die Entfernung des Magens und umliegender Lymphknoten. Ist das Bauchfell bereits von Metastasen betroffen kann bei j√ľngeren, fitten Patienten eine HIPEC Operation durchgef√ľhrt werden. Hier werden in einer langen Operation alle Herde im Bauchfell entfernt. Anschlie√üend wird eine Chemotherapie lokal eingebracht.

In einigen Fällen ist eine zusätzliche Bestrahlung nötig.

Mundhöhlenkarzinome

Zu den Karzinomen der Mundh√∂hle geh√∂ren Tumore der Zunge, des Mundbodens, der Lippen, der Wangenschleimhaut, des Zahnfleisches, des Gaumens oder der Rachenmandeln. Karzinome der Mundh√∂hle haben einen Anteil von 5% an allen Krebserkrankungen, wobei die h√§ufigsten Lokalisationen die Zunge, der Mundboden und die Lippe sind. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, wobei das m√§nnliche Geschlecht doppelt bis dreimal so h√§ufig betroffen ist. Die Inzidenz von Mundh√∂hlenkarzinomen wird durch geographische, soziale und ethnische Unterschiede beeinflusst. In √Ėsterreich treten sie mit einer H√§ufigkeit von 7/100000/Jahr auf.

F√ľr das Auftreten aller Mundh√∂hlenkarzinome besteht bei Vorhandensein folgender Faktoren ein erh√∂htes Risiko:

  • erh√∂hter Alkoholkonsum
  • Nikotin

Alkohol und Nikotin, insbesondere in Kombination, sind f√ľr √ľber 80% der Mundh√∂hlen- und Kehlkopfkarzinome verantwortlich.

  • ungen√ľgende Mundhygiene
  • Tabakkauen
  • Chronische Irritationen im Mundbereich (z.B. schlecht sitzende Zahnprothesen)
  • Mangelern√§hrung, v.a. das Plummer-Vinson-Syndrom: durch Eisenmangel bedingte Schleimhautatrophie
  • Epstein-Barr-Virus
  • Sonnenlichtexposition und Pfeifenrauchen beim Lippenkrebs (meist ist die Unterlippe betroffen)

Verd√§chtige Ver√§nderungen sind:

  • Leukoplakien: ein Teil der Schleimhaut ist verdickt und erscheint dadurch wei√ülich
  • Erythroplasie: ein Teil der Schleimhaut ist samtartig ger√∂tet und weist spritzerartige Leukoplakien auf. 
  • nicht heilende Ulzerationen (Geschw√ľr, schmerzhafte Ver√§nderung im Bereich der Mundschleimhaut oder der Lippen)

Veränderungen, welche länger als 2 Wochen bestehen, sollten fachärztlich abgeklärt werden.

Beschwerden, die auftreten können, sind:

  • brennende Schmerzen, verst√§rkt beim Schlucken
  • Speichelflu√ü
  • Foetor ex ore (Unangenehmer Mundgeruch)
  • eingeschr√§nkte Zungenbeweglichkeit, ev. mit klo√üiger Sprache
  • Schluckbeschwerden
  • Schwellungen im Mund-, Kopf- oder Halsbereich
  • Blutungen

Zun√§chst wird eine Anamnese mit Erfragung der eventuell vorhandenen Risikofaktoren erfolgen. Anschlie√üend eine Inspektion und Palpation, mit Abtastung der Lymphknoten.

Die Diagnose selbst kann nur durch die histologische Untersuchung einer Gewebeprobe erfolgen, die durch eine Biopsie gewonnen werden kann. Ultraschall, CT und MR werden zur Bestimmung der Ausdehnung herangezogen.

Stadium I: T1, N0, M0

Stadium II: T2, N0, M0

Stadium III: T1-3, jedes N1, M0 oder T3, N0, M0

Stadium IV: T1-3, N2, M0 oder T4, jedes N2-3, jedes M1

 

Primärtumor

Tx: Primärtumor ist nicht beurteilbar
T1: Tumor ist kleiner als 2cm
T2: Tumor ist gr√∂√üer als 2cm, aber kleiner als 4cm
T3: Tumor ist größer als 4cm
T4: Tumor infiltriert benachbarte Strukturen (Knorpel, Knochen, Weichteile)

Lymphknoten

  • N0: keine region√§ren Lymphknotenmetastasen
  • N1: einzelne, auf der Seite des Tumors gelegene Lymphknotenmetastase, die kleiner als 3cm ist
  • N2: Lymphknoten gr√∂√üer als 3cm, aber kleiner als 6cm
    • N2a: einzelne, auf der Seite des Tumors gelegene Lymphknotenmetastase
    • N2b: mehrere, auf der Seite des Tumors gelegene Lymphknotenmetastasen
    • N2c: auf beiden Seiten, oder auf der anderen Seite als der Prim√§rtumor gelegene   Lymphknotenmetastase

  • N3: Lymphknotenmetastasen>6 cm

Im Tumorboard erfolgt die Diskussion des Falles. Hier sind mehrere Fach√§rzte vertreten (u.a. HNO-√Ąrzte, Onkologen, Pathologen, Strahlentherapeuten, Radiologen) um gemeinsam √ľber die beste Therapiem√∂glichkeit zu entscheiden. Die Therapie ist abh√§ngig von der Lage und der Ausbreitung des Tumors.

Lippenkarzinome werden in der Regel gro√üz√ľgig exzidiert, und anschlie√üend mittels Lappenplastik rekonstruiert. Bei gesichertem oder m√∂glichem Lymphknotenbefall erfolgt eine Neck dissection (Entfernung der Halslymphknoten) mit anschlie√üender Bestrahlung.

Karzinome im Bereich der Mundh√∂hle k√∂nnen in fr√ľhen Stadien auch als Alternative zur Operation mittels Bestrahlung therapiert werden, h√§ufig auch in Kombination mit einer Chemotherapie. Eine prim√§re radikale Strahlentherapie wird eingesetzt, um eine Heilung zu erzielen. Durch die Strahlentherapie kann eine Verbesserung der lokalen Situation oder im palliativen Setting eine Linderung der Beschwerden erzielt werden. 

Kleine Tumore, die in ihrem gr√∂√üten Durchmesser kleiner als 1 cm sind, k√∂nnen operativ entfernt werden, bei gr√∂√üeren Tumoren sollte im Anschluss an die Operation eine Bestrahlung erfolgen.

Auch hier gilt, sind auf der Seite des Tumors Lymphknoten befallen, so erfolgt eine Neck dissection, kontralaterale Lymphknotenmetastasen werden mittels elektiver Neck dissection entfernt.

Postoperativ oder bei inoperablen Tumoren k√∂nnen Radiotherapie und Chemotherapie allein oder in Kombination eingesetzt werden.

Mammakarzinom

Brustkrebs ist die h√§ufigste Krebserkrankung der Frau. In den westlichen Industriel√§ndern erkrankt jede 8. Frau im Laufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom, wobei das Erkrankungsrisiko mit dem Alter ansteigt. Am h√§ufigsten erkranken Frauen zwischen 50 und 65 Jahren. Je fr√ľher der Brustkrebs erkannt wird, umso besser sind die Chancen auf eine Heilung.

Die Brust einer Frau besteht aus Fett, Bindegewebe und dem Dr√ľsengewebe: Dr√ľsenl√§ppchen (= Lobuli) die w√§hrend der Stillzeit die Muttermilch produzieren und den Dr√ľseng√§ngen (= Ducti), √ľber die Milch bis zur Brustwarze (=Mamille) gelangt.

Das Mammakarzinom stellt eine b√∂sartige Ver√§nderung des Dr√ľsengewebes dar. Es kann von den Zellen der L√§ppchen (LOBUL√ĄRES KARZINOM) oder von den Zellen der Milchg√§nge (DUCTALES KARZINOM) ausgehen. Am Beginn der Erkrankung vermehren sich die Tumorzellen in einem abgegrenzten Gebiet entlang der G√§nge oder L√§ppchen, sie wachsen nicht ins Nachbargewebe ein. Man spricht von einem CARCINOMA IN SITU, das eine sehr g√ľnstige Prognose hat.

Beim weiteren Fortschreiten der Erkrankung durchbrechen die entarteten Zellen das Dr√ľsengewebe und wachsen in die Umgebung (Fett, Bindegewebe, Muskel) ein (INVASIVES KARZINOM). Ab diesem Zeitpunkt besteht auch das Risiko einer Verbreitung √ľber die Lymphwege in die Lymphknoten (v.a der Achsel) und √ľber die Blutwege in andere Organe (Knochen, Lunge, Leber).

  • Vererbung: Nur ca. 7-10% aller Mammakarzinome sind erblich bedingt. In diesen Familien sind meistens drei oder mehr Mitglieder an Brustkrebs erkrankt. siehe Vorsorge 
  • Brustkrebs in der Familie bei Verwandten ersten Grades (Mutter, Schwester)
  • Alter √ľber 50. Lebensjahr
  • Brustkrebs in der Vorgeschichte
  • hohe Bestrahlungsdosen auf die Brustwand vor dem 30. Lebensjahr
  • Fr√ľher Menstruation in der Jugend
  • Sp√§ter Wechsel
  • Kinderlosigkeit oder erste Schwangerschaft mit √ľber 30 Jahren, kein Stillen
  • langer Einnahme von Kontrazeptiva
  • westliche Lebensweise, Adipositas, Alkoholkonsum

Ca. 7-10% aller Mammakarzinome sind erblich bedingt. F√ľr die Vererbung von Brustkrebs sind Mutationen in den sogenannten Brustkrebsgenen (BRCA-1 und BRCA-2) verantwortlich. Diese Mutationen f√ľhren zu einem stark erh√∂hten Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. F√ľr Mitglieder von betroffenen Familien gibt es die M√∂glichkeit, mittels einer genetischen Testung festzustellen, ob die Mutationen ebenfalls vorhanden sind. Dieser Test sollte allerdings nur bei Risikofamilien erfolgen:

  • mindestens zwei erstgradig verwandte Frauen der Familie mit Brustkrebs und/oder Eierstockkrebs davon eine < 50 Jahre
  • Auftreten von Brustkrebs bis zum Alter von 35 Jahren
  • eine Frau in der Familie mit beidseitigem Brustkrebs < 50 Jahre (erstgradig verwandt)
  • zwei Frauen mit Eierstockkrebs (erst- oder zweitgradig verwandt)
  • eine Frau mit Brust- und eine Frau mit Eierstockkrebs in der Familie (erst- oder zweitgradig verwandt)
  • ein Mann in der Familie mit Brustkrebs und eine Person mit Brustkrebs oder Eierstockkrebs
  • mindestens drei Frauen in der Familie mit Brustkrebs (erst- oder zweitgradig verwandt)

(S3 Leitlinie Mammakarzinom, Version 4.2., Februar 2020)

Mit diesem Test kann man gesunde Frauen aus Risikofamilien entlasten.

Bei nachgewiesenen BRCA-1 oder BRCA-2 Mutationstr√§gerinnen, bei nicht informativem Gentest und begr√ľndetem Risiko oder bei Ablehnung eines Gentests ist ein intensives Fr√ľherkennungsprogramm n√∂tig: 

    • Regelm√§√üige Selbstuntersuchung
    • Sonographie der Brust: alle 6 Monate
    • Sonographie des Ovars: alle 6 Monate
    • Tumormarker: alle 12 Monate
    • MRT-Mammographie ab dem 25.Lebensjahr oder 5 Jahre vor dem fr√ľhesten Erkrankungsalter in der Familie
    • Mammographie ab 35. (40.) Lebensjahr j√§hrlich

Eine weitere M√∂glichkeit der Prophylaxe ist die Entfernung der betroffenen Organe (Mastektomie der Brust, Ovarektomie der Eierst√∂cke). Solche eingreifenden Entscheidungen basieren auf ausf√ľhrlichen Gespr√§chen mit Experten aus den Bereichen Gyn√§kologie, Humangenetik und Psychoonkologie. Getestet wird in solchen F√§llen auch die Vorbeugung durch hormonelle Pr√§parate.

Der Brustkrebs verursacht normalerweise weder Schmerzen noch andere typische Beschwerden. Am häufigsten ertastet die Frau bei der Selbstuntersuchung einen Knoten, meist im äußeren, oberen Viertel der Brust. Im Falle eines Karzinoms ist dieser fest und meist nicht verschieblich.

Weiters k√∂nnen folgende Beschwerden ein Hinweis auf Brustkrebs sein und sollten, vor allem wenn sie neu aufgetreten sind, vom Arzt abgekl√§rt werden: Einziehung der Brustwarze, geschw√ľrartige Ver√§nderung der Haut, Gr√∂√üenunterschied der Br√ľste, Entz√ľndung oder R√∂tung der Brustwarze bei nicht stillenden Frauen, Austritt von Sekret oder Blut aus der Brustwarze.

Therapie und Prognose des Mammakarzinoms sind abh√§ngig vom Stadium in dem der Tumor diagnostiziert wird. Bei Standartrisiko gilt:

  1. Selbstuntersuchung: Regelm√§√üige Selbstuntersuchungen helfen, eventuelle Ver√§nderungen rechtzeitig festzustellen. Wichtig ist, dass Sie bei tastbaren Knoten oder anderen Ver√§nderungen in der Brust und bei den oben genannten Symptomen sofort einen Arzt aufsuchen.
  2. √Ąrztliche Untersuchung ab dem 25. Lebensjahr: Sie sollte einmal j√§hrlich erfolgen und schlie√üt eine Anamneseerhebung in Bezug auf evtl. Risikofaktoren ein.
  3. Mammographie:
    • 50.-70. Lebensjahr: zweij√§hrliche Mammographie
    • Ab dem 70. Lebensjahr je nach individuellem Risikoprofil

Mehr als 80% der Mammakarzinome werden aufgrund eines verd√§chtigen Tastbefundes diagnostiziert. Neben der Selbstuntersuchung und der j√§hrlichen √§rztlichen Untersuchung ist die Mammographie die wichtigste Methode zur Fr√ľherkennung von Brustkrebs.

Die Mammographie (R√∂ntgenuntersuchung der Brust) erfolgt in zwei Ebenen, eventuell sind Vergr√∂√üerungsaufnahmen als Erg√§nzung n√∂tig. Sie erm√∂glicht es, kleine (noch) nicht tastbare Ver√§nderungen (Knoten, Verkalkungen) in einem fr√ľhen Stadium zu erkennen. Oft wird vom Radiologen zus√§tzlich eine Sonographie (Ultraschall) der Br√ľste durchgef√ľhrt, da sich manchmal Ver√§nderungen (Zysten) besser darstellen lassen. Als erg√§nzende Untersuchung kann in speziellen F√§llen, z.B. bei Frauen mit Brustimplantaten eine Magnetresonanztomographie durchgef√ľhrt werden.

Diese Bildgebungen erlauben jedoch keine Aussage dar√ľber, ob der Befund gutartig oder b√∂sartig ist. Um dies herauszufinden, muss das betroffene Gewebe unter dem Mikroskop beurteilt werden. Die Gewebsentnahme erfolgt meist durch eine Stanzbiopsie: Dabei werden mittels einer Hohlnadel mit einem Durchmesser von 1,6mm unter √∂rtlicher Bet√§ubung mehrere Proben entnommen. Die Lage der Nadel wird dabei mit Ultraschall oder Mammographie kontrolliert.

Ist viel Mikrokalk vorhanden bzw. kann die Lage mittels Ultraschall nicht genau kontrolliert werden, wird eine Vakuumbiospie durchgef√ľhrt.

Die Histologische Untersuchung der Gewebeprobe wird vom Pathologen vorgenommen. Best√§tigt sich die Diagnose Brustkrebs, erfolgen weitere Untersuchungen (u.a. Hormonrezeptorstatus, HER-2/neu) zur genaueren Beurteilung, da neben dem gesunden Brustgewebe auch Tumorgewebe durch Hormone in seinem Wachstum beeinflusst werden kann. Evtl. ist dann eine Therapie, welche die Hormonwirkung auf den Tumor unterdr√ľckt, n√∂tig.

Des Weiteren m√ľssen Untersuchungen vorgenommen werden, um die Ausbreitung der Erkrankung festzustellen, u.a. eine Computertomographie vom Brustkorb inklusive Lunge bis zum Becken und eine Skelettszintigraphie

TX: Primärtumor kann nicht beurteilt werden
NX: Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
Mx: Fernmetastasen können nicht beurteilt werden

Tis: Carcinoma in situ
cN0: Kein Befall der regionären Lymphknoten
M0: keine Metastasen

T1: maximaler Tumordurchmesser <2cm
cN1: verschiebliche, ipsilaterale, axilläre Lymphknoten
M1: Fernmetastasen

T2: maximaler Tumordurchmesser >2-5 cm
cN2: fixierte, ipsilaterale, axilläre Lymphknoten

T3: maximaler Tumordurchmesser >5cm
cN3: infraklavikuläre, supraxlavikuläre Lymphknoten oder Lymphknoten entlang der inneren Brustarterie

T4: Infiltration von Haut oder Brustwand (Rippen, interkostale Muskeln, M. Serratus ant.) durch den Tumor

Die Entscheidung, welche Therapien eingesetzt werden und in welcher Reihenfolge das geschieht, ist sehr spezifisch und von den Ergebnissen der Voruntersuchungen (Tumorgr√∂√üe, Hormonrezeptoren, Stadium der Erkrankung..) sowie vom Allgemeinzustand des Patienten abh√§ngig. Im Tumorboard erfolgt die interdisziplin√§re Diskussion des Falles. Hier sind mehrere Fach√§rzte vertreten (u.a. Onkologen, Chirurgen, Gyn√§kologen, Pathologen, Strahlentherapeuten, Radiologen,‚Ķ) um gemeinsam √ľber die beste Therapiem√∂glichkeit zu entscheiden.

Es gibt im allgemeinen vier Möglichkeiten einer Behandlung von Brustkrebs:

  • OPERATION
  • BESTRAHLUNG
  • CHEMOTHERAPIE
  • HORMONTHERAPIE

OPERATION:

Die operative Entfernung des Brustkrebs ist in den meisten F√§llen notwendig. Bei dieser Operation wird der Tumor mit einem Randsaum an gesundem Gewebe entfernt. Je nach Gr√∂√üe des Tumors und Gr√∂√üe der Brust gibt es die M√∂glichkeit einer brusterhaltenden operativen Entfernung des Tumors. Das ist vor allem dann m√∂glich, wenn der Tumor in einem fr√ľhen Stadium entdeckt oder wenn er durch vorangehende (neoadjuvante) Chemo- oder Strahlentherapie verkleinert wurde.

Erfolgt die Diagnosestellung sp√§t und der Brustkrebs hat sich schon ausgebreitet oder es liegen prim√§r mehrere Tumorherde vor, ist in den meisten F√§llen eine Erhaltung der Brust nicht mehr m√∂glich. Eine Ablatio (Amputation der gesamten Brust) ist notwendig um den Tumor m√∂glichst vollst√§ndig zu entfernen.

Eine automatische Entfernung der Achsellymphknoten wird nicht mehr durchgef√ľhrt. Unter den meisten Voraussetzungen erfolgt die Entnahme des sogenannten Sentinel-Lymphknotens (‚ÄěW√§chter-Lymphknoten‚Äú). Dies ist der erste Lymphknoten, der f√ľr den betroffenen Brustbereich ‚Äězust√§ndig‚Äú ist. Ist dieser frei von Tumorzellen, k√∂nnen die restlichen Lymphknoten belassen werden. Eine Entfernung der Achsellymphknoten ist meist bei fortgeschrittenen Karzinomen n√∂tig. Alternativ kann eine Bestrahlung der Achsel erfolgen.

BESTRAHLUNG:

Durch die Strahlentherapie werden mit Hilfe von hoch energetisierter Strahlung Krebszellen zerstört. Die Bestrahlung erfolgt in den meisten Fällen 1-2 Monate nach der operativen Entfernung des Tumors (adjuvante Therapie), um eventuell verbliebene Krebszellen zu zerstören und so ein Wiederauftreten des Tumors zu verhindern.

CHEMOTHERAPIE:

Die Chemotherapie hat zum Ziel, Krebszellen zu zerst√∂ren. Da sie nicht nur auf den Ursprungsherd, sondern auf den ganzen K√∂rper wirkt, k√∂nnen damit auch Tumorabsiedelungen (Metastasen) erreicht werden. Eine adjuvante Chemotherapie wird in Folge einer Operation durchgef√ľhrt, wenn -besonders bei positiven Lymphknoten- der Verdacht auf Mikrometastasen (kleinste Metastasen, die in der Bildgebung noch nicht zu erkennen sind) besteht. Diese sollte 4-6 Wochen nach der Operation gestartet werden.

Es ist in manchen F√§llen auch m√∂glich, durch eine pr√§operative (neoadjuvante) Chemotherapie den Tumor soweit zu verkleinern, dass eine brusterhaltende Operation durchgef√ľhrt werden kann.

Hat der Tumor bereits Metastasen gebildet, ist eine Heilung nicht mehr m√∂glich. Durch eine Chemotherapie kann das Tumorwachstum einged√§mmt und damit die Lebensqualit√§t gebessert werden. (palliative Therapie)

Die Chemotherapeutika, die zur Therapie des Mammakarzinoms verwendet werden, sind unter anderem:

  • ANTHRAZYCLINE: Zu den Anthrazyklinen z√§hlen u.a. Doxorubicin und Epirubicin. Sie geh√∂ren zu den effektivsten Chemotherapeutika beim metastasierten Mammakarzinom. Sie behindern die Zellteilung, indem sie an der DNA binden. Nebenwirkungen k√∂nnen vor allem im Knochenmark und am Herzmuskel auftreten, weiters kommt es zu Haarverlust. 
  • CYCLOPHOSPHAMID: Es wirkt ebenfalls durch Bindung an die DNA. Cyclophosphamid kann als Infusion oder Drag√©e gegeben werden und wird in niedriger Dosierung auch zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden verwendet.  Da als Nebenwirkung eine Blasenentz√ľndung auftreten kann, sollten Sie w√§hrend der Behandlung viel trinken.
  • 5-FLUORURACIL (5-FU)/CAPECITABINE behindert die Entstehung neuer DNA-Str√§nge und stoppt damit die Zellteilung. Durchfall, Entz√ľndung der Mundschleimhaut und das Hand-Fu√ü-Syndrom k√∂nnen als Nebenwirkung auftreten.
  • TAXANE (Docetaxel, Paclitaxel) werden aus den Bl√§ttern der Eibe gewonnen. Sie geh√∂ren mittlerweile zur Standardtherapie beim Mammakarzinom. Nebenwirkungen sind Haarausfall, gelegentlich √Ėdeme der Beine und Kribbeln in den Fingern.
  • VINORELBINE, GEMCITABINE, etc.

TRASTUZUMAB (HERCEPTIN):  Seit dem Jahr 2000 ist ein neues Medikament zur Behandlung von Brustkrebs im fortgeschrittenem Stadium im Einsatz. Transtuzumab (Herceptin) ist ein Antik√∂rper, der an bestimmte spezielle humane, epidermale Wachstumsfaktor-Rezeptoren (HER2/neu-Rezeptoren) bindet und damit die Aufnahme von Wachstumsfaktoren, welche die Krebszelle zum √úberleben ben√∂tigt, blockiert. Diese HER2/neu-Rezeptoren kommen bei ca. 20 bis 30% aller Mammakarzinome vermehrt an der Oberfl√§che vor. Jede Biopsie wird mittels Immunhistochemie auf das Vorhandensein von HER2/neu untersucht, da Patientinnen mit einer √úberexpression von der Therapie mit Herceptin profitieren k√∂nnen. 

Pertuzumab (Perjeta) ist ebenfalls ein Antik√∂rper, er wird h√§ufig mit Trastuzumab kombiniert.  

HORMONTHERAPIE:

Manche Tumore werden, wie das gesunde Brustgewebe auch, durch Hormone in ihrem Wachstum gef√∂rdert. Sie haben daf√ľr spezifische Rezeptoren f√ľr √Ėstrogen und Progesteron an ihrer Zelloberfl√§che. Das Vorhandensein solcher Rezeptoren wird immer routinem√§√üig bei der Untersuchung der Biopsie mitbestimmt. Wenn das Tumorgewebe rezeptorpositiv ist, was bei ca. zwei Drittel der Tumore der Fall ist, kann durch die Hemmung der Hormonbildung oder Hormonwirkung das Wachstum das Tumorzellen gebremst werden. Wird zuvor eine Chemotherapie durchgef√ľhrt, wird die Hormontherapie nach Abschluss dieser begonnen. Eingesetzt werden:

ANTI√ĖSTROGENE (Tamoxifen): Sie binden anstelle des √Ėstrogens an die Rezeptoren und bremsen dadurch das Tumorwachstum. Bei hormonrezeptorpositiven Patientinnen wird oft auch adjuvant eine Therapie mit Aromatasehemmern √ľber einen Zeitraum von ca. 5 Jahren durchgef√ľhrt. Bei Langzeittherapie besteht ein erh√∂htes Risiko f√ľr die Entstehung von Endometriumkarzinomen, welches aber in keinem Verh√§ltnis zum potentiellen √úberlebensvorteil steht.

AROMATASEHEMMER k√∂nnen zur Therapie von hormonempfindlichem Brustkrebs eingesetzt werden - bei Patienten, die schon in den Wechseljahren sind. Sie wirken durch Hemmung des Enzyms Aromatase, das in der Postmenopause v.a. in den Fettzellen, Leber- und Brustzellen √Ėstrogen produziert. Vor der Menopause wird √Ėstrogen vor allem in den Eierst√∂cken produziert, wo es von Aromatasehemmern nicht erreicht wird.

GnRH-ANALOGA: Bei Frauen die sich noch nicht in der Menopause befinden, wurden fr√ľher oftmals die Eierst√∂cke entfernt, da dort w√§hrend des Menstruationszyklus eine gro√üe Menge an √Ėstrogen produziert wird. Mittlerweile gibt es Medikamente, die die Hormonproduktion in den Eierst√∂cken einschr√§nken. Als Nebenwirkung kommt es zu typischen Wechselbeschwerden wie Hitzewallungen und Schwei√üausbr√ľchen.

Pankreaskarzinom

Als Pankreaskarzinom bezeichnet man einen b√∂sartigen Tumor der Bauchspeicheldr√ľse. J√§hrlich werden circa 8-10 Neuerkrankungen/100.000 Menschen verzeichnet. Frauen sind etwas h√§ufiger betroffen als M√§nner, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 70 Jahren.

In √ľber 2 Drittel tritt es im Kopf der Bauchspeicheldr√ľse auf, gefolgt vom Pankreask√∂rper und Pankreasschwanz.

Risikofaktoren sind unter anderem Rauchen, vermehrter Alkoholkonsum, √úbergewicht und chronische Entz√ľndungen der Bauchspeicheldr√ľse.

In einigen F√§llen gibt es auch genetische Ver√§nderungen, so stellt z.B. das Vorhandensein des BRCA Gens (famili√§rer Brust- und Eierstockkrebs, aber auch erh√∂htes Risiko f√ľr Prostatakrebs) ebenfalls einen Risikofaktor dar.

Fr√ľhzeitige Beschwerden sind eher selten, h√§ufig treten Symptome erst in fortgeschrittenen Stadien auf.

  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • M√ľdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Bauchschmerzen, v.a. g√ľrtelf√∂rmig im Oberbauch bis in den R√ľcken ausstrahlend
  • √úbelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Gelbliche Verf√§rbung der Augen bei Ikterus, dunkler Urin, heller Stuhl
  • Zunahme des Bauchumfanges bei Aszites (Fl√ľssigkeitsansammlung in der Bauchh√∂hle)
  • Neu aufgetretener Diabetes mellitus bzw. Verschlechterung eines vorbekannten Diabetes

Es sind bis bisher keine wirksamen Methoden zur Fr√ľherkennung bekannt.

Bei Verdacht auf ein Pankreaskarzinom erfolgt eine k√∂rperliche Untersuchung inklusive genauer Anamnese und Erhebung der Risikofaktoren. Durch eine Blutabnahme k√∂nnen die Tumormarker bestimmt werden. Des Weiteren erfolgt eine Bildgebung mittels Ultraschall/Endosonographie und Computertomographie (Brustkorb/Lunge-Bauch-Becken). In einigen F√§llen wird ein MRT der Leber durchgef√ľhrt. Bei unklarem Befund der Bildgebung kann eine Biopsie zur Gewinnung einer Gewebeprobe durchgef√ľhrt werden.

Metastasen (Tumorabsiedelungen) treten fr√ľhzeitig auf. Am h√§ufigsten sind umliegende Lymphknoten und Organe wie Leber, Lunge, das Bauchfell aber auch Knochen oder Gehirn betroffen.

PRIM√ĄRTUMOR:
T1: Begrenzt auf die Bauchspeicheldr√ľse, Gr√∂√üe <2cm

T2: Begrenzt auf die Bauchspeicheldr√ľse, Gr√∂√üe >2cm aber <4cm

T3: Begrenzt auf die Bauchspeicheldr√ľse, Gr√∂√üe >4cm

T4 Der Tumor wächst in umliegende Gefäße ein


LYMPHKNOTEN
N0: keine Lymphknoten sind befallen
N1: 1-3 Lymphknoten sind befallen
N2: mehr als 4 Lymphknoten sind befallen


FERNMETASTASEN:
M0: keine Fernmetastasen
M1: nachweisbare Fernmetastasen

Je nach Stadium der Erkrankung, Vorliegen von Metastasen und Allgemeinzustand des Patienten wird die Therapie gew√§hlt. Im Tumorboard erfolgt die interdisziplin√§re Diskussion des Falles. Hier sind mehrere Fach√§rzte vertreten (u.a. Gastroenterologen, Onkologen, Chirurgen, Pathologen, Strahlentherapeuten, Radiologen) um gemeinsam √ľber die beste Therapiem√∂glichkeit zu entscheiden.

Eine radikale Operation ist die einzig kurative Behandlung des Pankreaskarzinoms. Anschlie√üend folgt eine adjuvante Chemotherapie √ľber mehrere Monate. Ist der Tumor grenzwertig operabel, so kann schon vor der Operation eine Chemotherapie durchgef√ľhrt werden, um den Tumor zu verkleinern.

Liegt bei Diagnosestellung ein metastasiertes oder inoperables Stadium vor, so k√∂nnen je nach Allgemeinzustand verschiedene Chemotherapien zur Verl√§ngerung des Gesamt√ľberlebens und Symptomkontrolle angeboten werden.

Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist ein b√∂sartiger Tumor der Vorsteherdr√ľse/Prostata, und mittlerweile mit etwa 60.0000-65.000 Neuerkrankungen pro Jahr die am h√§ufigsten diagnostizierte Krebsart des Mannes in den Industriel√§ndern.

Die Prostata (Vorsteherdr√ľse), die die Form und Gr√∂√üe einer Kastanie hat, befindet sich direkt unterhalb der Harnblase, am √úbergang zur Harnr√∂hre, deren oberen Teil sie ringf√∂rmig umgibt. Anatomisch kann man an ihr drei Teile unterscheiden: eine zentrale Zone, eine √úbergangszone und eine periphere Zone. Die meisten Karzinome haben ihren Ursprung in der peripheren Zone, und sind deshalb f√ľr den Arzt fr√ľhzeitig tastbar.

Die Funktion der Prostata ist es, einen Teil der Samenfl√ľssigkeit zu produzieren, der beim Erguss in die Harnr√∂hre entleert wird und die Motilit√§t (Beweglichkeit) der Spermien gew√§hrleisten soll.

Die genaue Ursache des Prostatakarzinoms ist nicht bekannt. Man wei√ü aber, dass einige Risikofaktoren die Entstehung des Prostatakarzinoms beg√ľnstigen k√∂nnen.

  • Der wichtigste Faktor ist das Alter: Die H√§ufigkeit des Prostatakarzinoms korreliert eng mit dem Lebensalter und erreicht im 7. und 8. Jahrzehnt ihren Gipfel
  • Genetische Faktoren scheinen in der Entstehung des Prostatakarzinoms ebenfalls eine Rolle zu spielen. Haben V√§ter oder Br√ľder ein Prostatakarzinom, steigt das Risiko auf ein zweifaches an, ebenfalls ein Prostatakarzinom zu entwickeln.
  • Chronische Entz√ľndungen der Prostata
  • Ein weiterer Risikofaktor ist die Ern√§hrung. Studien weisen darauf hin, dass eine kalorien- und fettreiche Ern√§hrung mit wenig Ballaststoffen das Risiko steigert w√§hrend viel Getreide, Gem√ľse und Sojaprodukte vor dem Krebs zu sch√ľtzen scheinen.

Das Prostatakarzinom verursacht im Fr√ľhstadium in den meisten F√§llen keine Beschwerden, weshalb die Erkrankung auch h√§ufig erst im fortgeschrittenen Stadium, oder im Rahmen einer Fr√ľherkennungsuntersuchung entdeckt wird.

Im fortgeschrittenen Stadium kann das Prostatakarzinom durch seine Gr√∂√üe eine Einengung der Harnr√∂hre verursachen. Die Folgen sind St√∂rungen der Harnentleerung, die sich in Form von h√§ufigem Wasserlassen in der Nacht, st√§ndigem Harndrang, abgeschw√§chtem Harnstrahl, unvollst√§ndiger Entleerung der Blase, sowie in Harntr√∂pfeln √§u√üern k√∂nnen. Es kann zum Auftreten von Blut in Harn und Sperma kommen. Auch die Impotenz geh√∂rt zu den Beschwerden, die durch ein Prostatakarzinom hervorgerufen werden k√∂nnen.
Wenn der Tumor die Prostatakapsel √ľberschreitet und au√üerhalb der Prostata weiterw√§chst, kann es zu Schmerzen im Genitalbereich kommen.

Kreuz-, Flankenschmerzen und Ischiasbeschwerden k√∂nnen Hinweise auf die Ausbreitung des Prostatakarzinoms in Becken, Bauch und den Knochen sein.

Weiters k√∂nnen allgemeine Symptome wie Fieber, Nachtschwei√ü, Abgeschlagenheit, Leistungsknick und ungewollter Gewichtsverlust auf das Vorliegen eines fortgeschrittenen Prostatakarzinoms hinweisen.

Therapie und Prognose des Prostatakarzinoms sind abhängig vom Stadium in dem der Tumor diagnostiziert wird.

Regelm√§√üige √§rztliche Vorsorgeuntersuchungen k√∂nnen zu fr√ľherer Diagnose und damit zu besseren Behandlungsm√∂glichkeiten und besserer Prognose f√ľhren.

Empfohlen wird eine j√§hrliche Krebsvorsorge f√ľr alle M√§nner ab 45 Jahren mittels digital-rektaler Untersuchung. Die PSA Bestimmung wird zus√§tzlich ab dem 50. Lebensjahr angeboten. Besonders wichtig ist diese Untersuchung, wenn in der Familie bereits jemand Prostatakrebs hatte. Hier sollten die Vorsorgeuntersuchungen schon ab 40 Jahren beginnen.

Die wichtigste Untersuchungsmethode ist die Tastuntersuchung durch den Enddarm, die sogenannte digital-rektale Untersuchung. Die Evidenz ist gering, hier muss, im Gegensatz zur PSA-Diagnostik, bereits ein tastbarer Tumor vorhanden sein, damit der Arzt eine Ver√§nderung feststellen kann. Nicht jede Vergr√∂√üerung bedeutet ein b√∂sartiges Geschehen, weit h√§ufiger sind gutartige Vergr√∂√üerungen der Prostata.

Eine Blutabnahme zur Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA), das von den Dr√ľsenzellen der Prostata produziert wird ist eine weitere Untersuchungsmethode, die bei der Vorsorge angewendet wird. Der PSA-Wert ist zwar spezifisch f√ľr das Dr√ľsengewebe der Prostata, aber nicht karzinomspezifisch. Das hei√üt, dass eine PSA-Erh√∂hung nicht nur durch einen b√∂sartigen Tumor, sondern auch durch eine gutartige Vergr√∂√üerung der Prostata, eine Entz√ľndung der Dr√ľse oder eine Einwirkung auf die Prostata kurz vor der Blutabnahme, wie Radfahren, Geschlechtsverkehr, Verstopfung etc. bedingt sein kann. Bei Erh√∂hung ohne bekannte Ursache kann dies mehrere Untersuchungen nach sich ziehen, insbesondere die Prostata-Biopsie. Mit Hilfe der PSA-Bestimmung l√§sst sich das Prostatakarzinom meist fr√ľher als mit anderen Methoden nachweisen. Zu bedenken ist jedoch auch, dass daraus eventuell eine √úbertherapie resultieren k√∂nnte, da viele Prostatakarzinome nicht zu schwerwiegenden Folgen f√ľhren. Dennoch ist eine fr√ľhe Diagnosestellung wichtig.

Zu den Untersuchungsmethoden, die zur Diagnose des Prostatakarzinoms eingesetzt werden, geh√∂rt die Bestimmung des PSA Wertes mittels Blutabnahme, eine digital-rektale Untersuchung und eventuell eine Transrektale Ultraschalluntersuchung. Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch die transrektale Biopsie.  

Die transrektale Ultraschalluntersuchung kann die Sensitivität (Genauigkeit) der digital-rektalen Untersuchung und des PSA-Wertes steigern. Ihr Wert ergibt sich aus der gemeinsamen Bewertung mit den beiden anderen Untersuchungsmethoden.

Besondere Bedeutung kommt ihr bei der Prostatabiopsie zu. Mit Hilfe der transrektalen Ultraschalluntersuchung ist eine pr√§zise Probenentnahme m√∂glich. Und nur durch diese Proben kann die Diagnose eines Prostatakarzinoms mit Sicherheit gestellt werden.

Zur Bestimmung der Tumorausdehnung wird in manche F√§llen ein CT oder MR des Beckens gemacht. Zum Ausschluss von Fernmetastasen k√∂nnen eine R√∂ntgenaufnahme des Thorax und eine Knochenszintigraphie durchgef√ľhrt werden.

TX: Primärtumor kann nicht beurteilt werden
NX: Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
Mx: Fernmetastasen können nicht beurteilt werden

T0: Kein Anhalt f√ľr Prim√§rtumor
N0: Kein Befall der regionären Lymphknoten
M0: keine Metastasen

T1: Klinisch nicht erkennbarer Tumor, der weder tastbar noch in der Bildgebung erkennbar ist
N1: Regionäre Lymphknoten sind befallen
M1: Fernmetastasen

T2: Tumor ist tastbar und auf die Prostata begrenzt

T3: Tumor durchbricht die Prostatakapsel

T4: Tumor ist fixiert oder infiltriert andere benachbarte Strukturen als Samenblase (z.B. Blase, Enddarm, Muskulatur im Becken)

Die Behandlungsart des Prostatakarzinoms ist abh√§ngig vom Stadium , dem Alter bzw. der Lebenserwartung des Patienten und vom Risikoprofil des Tumors (H√∂he des PSA und Ausreifungsgrad der Tumorzellen).

Der Tumor ist auf die Prostata begrenzt

Bei Patienten in fr√ľhen, potenziell heilbaren Stadien, also mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinom (bis T2 nach TNM) stehen 3 Therapieoptionen zur Verf√ľgung: Einerseits die radikale Prostatovesikulektomie, eine Operation bei der Prostata und Samenblase zur G√§nze und der Samenleiter teilweise entfernt werden. M√∂gliche Nebenwirkungen eines solchen Eingriffs sind Inkontinenz und Potenzverlust.

Als Alternative kommt die Strahlentherapie in Betracht, wobei es hier zwei M√∂glichkeiten gibt: entweder eine lokoregion√§re, perkutane Strahlentherapie (Bestrahlung von au√üen) oder eine interstitielle Radiotherapie (Brachytherapie) (Einsetzen einer radioaktiven Substanz ins Gewebe). Weiters kann man die Radiotherapie auch adjuvant, also nach der Operation durchf√ľhren. M√∂gliche Nebenwirkungen einer Radiotherapie sind eine Proktitis (Entz√ľndung des Rektums), eine Zystitis (Blasenentz√ľndung), Impotenz und Harninkontinenz.

Active surveillance: heilendes Therapiekonzept, prim√§r wird jedoch keine Therapie durchgef√ľhrt, sondern regelm√§√üige Kontrollen in kurzem Intervall. Dies kann bei Tumoren mit niedrigem Risiko angeboten werden, je nach Alter und Lebenserwartung eventuell auch bei mittlerem Risiko. Steigt das PSA oder schreitet der Tumor fort, wird eine Therapie eingeleitet.

Watchful waiting: Bei älteren Patienten mit sehr kleinen Tumoren, die nur sehr langsam wachsen und gut differenziert sind, kann man eventuell mit der Therapie warten.

Der Tumor hat die Kapsel der Prostata durchbrochen und wächst bereits in das umliegende Gewebe ein (fortgeschrittenes Stadium)

Strahlentherapie: Eine perkutane Radiotherapie kann auch bei lokal fortgeschrittenen Tumorstadien (T2-T4) zu einer Heilung f√ľhren.

Hormontherapie: Sie kann neoadjuvant im Rahmen einer multimodalen Therapie vor einer Operation oder Radiotherapie oder begleitend bzw. adjuvant zur perkutanen Radiotherapie erfolgen. Der Vorteil der Hormontherapie liegt darin, dass durch eine fr√ľhzeitig einsetzende Behandlung Mikrometastasen (kleinste Fernabsiedelungen) in ihrem Wachstum gebremst werden k√∂nnen.

Radikale Prostatektomie: Sie ist möglich, wenn der Tumor ein geringes Volumen hat und nicht an der Beckenwand fixiert ist.

Der Tumor hat Tochtergeschw√ľlste (Metastasen) gebildet, die sich in ferneren Organen festgesetzt haben

Beim metastasierten Prostatakarzinom ist eine kurative (auf Heilung abzielende) Therapie nicht mehr m√∂glich. Hier handelt es sich um eine palliative Therapie (soll Lebensqualit√§t des Patienten verbessern und das Leben verl√§ngern). Die wichtigste Rolle spielt bei diesen weit fortgeschrittenen Tumoren die Hormontherapie. Die Zellen des Prostatakarzinoms sind hormonsensibel, das hei√üt, dass sie durch Testosteron (Dihydrotestosteron) stimuliert werden, und ein Hormonentzug den Krebs am Wachsen hindern kann.

Zwei Arten der Hormonablation (Hormonentzugs) sind m√∂glich: Einerseits die operative Methode, die bilaterale Orchiektomie (Entfernung der Hoden) und andererseits der medikament√∂se Hormonentzug durch GnRh (LHRH) Analoga. Die GnRh Agonisten m√ľssen anfangs zur Vermeidung eines initialen transienten (anf√§nglichen, vor√ľbergehenden) Testosteronanstiegs (flare up) mit Antiandrogenen (sind gegen die Androgenrezeptoren der Prostatazellen gerichtet) kombiniert werden. Nebenwirkungen, die durch den Hormonentzug auftreten k√∂nnen, sind einerseits die medikamentenspezifischen unerw√ľnschten Wirkungen und andererseits die Symptome die durch den Androgenmangel hervorgerufen werden k√∂nnen: Hitzewallungen, emotionale Ver√§nderungen, Schw√§che, Gelenksschmerzen, An√§mie, Hypercholesterin√§mie, Impotenz, Antriebslosigkiet und Gewichtszunahme.

HORMONREFRAKT√ĄRES KARZINOM:

In fast allen F√§llen geht nach einer gewissen, nicht exakt vorhersagbaren Zeitspanne, der androgenabh√§ngige Tumor in einen androgenunabh√§ngigen Tumor √ľber. Dann steht die Chemotherapie als Behandlungsmethode im Vordergrund, wobei die Therapie mit GnRh Analoga fortgesetzt werden muss. Es existieren auch in diesem Tumor noch hormonsensible Klone, und ein Absetzen der Hormontherapie w√ľrde zu rascherer Progredienz und verk√ľrztem √úberleben f√ľhren.
Eine Chemotherapie kann Symptome vermindern und im Fall von Taxanen erwiesenermaßen lebensverlängernd wirken.

Mittlerweile gibt es einige neue Medikamente in Tablettenform, welche im Androgen-Stoffwechsel wirken und somit ein Wachstum des Prostatakarzinomes vermindern und vor allem im metastasiertem Setting angewendet werden.

Patienten, die an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, haben sehr h√§ufig Knochenmetastasen. Dadurch besteht ein erh√∂htes Risiko f√ľr das Auftreten von Skelettkomplikationen, wie Knochenschmerzen, Frakturen und Einschr√§nkungen der Mobilit√§t.

Zur Behandlung und sch√ľtzenden Effekt auf diese Risikofaktoren werden Denosumab oder Bisphosphonate verwendet. Zus√§tzlich werden Calcium- und Vitamin D-Pr√§parate verordnet.

Denosumab ist ein monoklonaler Antik√∂rper, welcher den Knochenabbau durch die Osteoklasten hemmt. Es wird subkutan (ins Fettgewebe unter der Haut) appliziert.  Nebenwirkungen sind vermehrte Infekte, Durchfall, Gliederschmerzen oder Kieferosteonekrose. Eine zahn√§rztliche Vorstellung muss vor der ersten Gabe erfolgen.

Bisphosphonate legen sich wie eine Schutzschichte auf die Knochenoberfl√§che (binden an die Mineralsubstanz des Knochens), und hemmen dadurch die Aktivit√§t der Osteoklasten (Zellen, die den Knochen abbauen), wodurch sie wiederum die Aufl√∂sung des Knochens verz√∂gern oder verhindern k√∂nnen. Gleichzeitig werden erh√∂hte Blutkalziumspiegel gesenkt, und die Ablagerung von Kalzium in anderen Geweben und Organen vermindert.

Verabreicht werden Bisphosphonate in Form einer Infusion. Im Allgemeinen weisen Bisphosphonate eine gute Vertr√§glichkeit auf. Die am h√§ufigsten auftretenden unerw√ľnschten Nebenwirkungen sind: Fieber, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Skelettschmerzen, M√ľdigkeit, gastrointestinale Reaktionen, An√§mie, Schw√§che, Husten, Atemnot und √Ėdembildung. 

Durch diese Therapieoptionen kommt es h√§ufig zu einer Verbesserung der Schmersymptomatik und einer Verlangsamung der Progredienz der Schmerzen. Bisherige Studien zeigen au√üerdem, dass unter der Therapie mit Bisphosphonaten Knochenfrakturen seltener auftreten. Bei persistierenden Schmerzen oder Bruchgef√§hrdung kann eine Bestrahlung von Knochenmetastasen erfolgen.

Urothelkarzinom

Das Urothelkarzinom bezeichnet bösartige Tumore, die im Gewebe der ableitenden Harnwege (Urothel) vorkommen. Darunter fallen die Harnleiter und die Blase. Das Blasenkarzinom ist das häufigste Urothelkarzinom. Männer sind davon öfters betroffen als Frauen. Das Durchschnittsalter bei Diagnosestellung liegt bei 65-75 Jahren.

  • Rauchen
  • Chronische Entz√ľndungen
  • Ionisierende Strahlung
  • Chemische Sch√§digungen: aromatische Amine, Azofarbstoffe. Bestimmte Berufsgruppen haben ein erh√∂htes Risiko f√ľr die Inhalation dieser Noxen, somit kann das Urothelkarzinom unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit gelten

Häufigstes Symptom sind schmerzlose Blutbeimengungen im Harn. Im späteren Stadium können schmerzhaftes Harnlassen oder vermehrter Harndrang auftreten.

Zuerst erfolgt eine ausf√ľhrliche Anamnese, klinische Untersuchung und Ultraschalluntersuchung der Harnblase und ableitenden Harnwege. Urin und Blut werden genau untersucht. Liegt der Verdacht auf ein Urothelkarzinom vor, wird eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) durchgef√ľhrt, um eine Gewebeprobe zu gewinnen.

Erg√§nzend wird im fortgeschrittenen Stadium (muskelinvasivem Stadium) eine CT-Untersuchung von Lunge/Brustkorb bis zum Becken durchgef√ľhrt, um etwaige Metastasen (Absiedelungen) zu erkennen.

Einteilung nach der UICC-TNM Klassifikation

 

PRIM√ĄRTUMOR:
T1: Der Tumor wächst in das subepitheliale Bindegewebe
T2: Der Tumor wächst in die Muskelschicht

T2a: Tumor wächst in die oberflächliche Muskelschicht (Muscularis propria)

T2b: Tumor wächst in die tiefe Muskelschicht (Muscularis propria)

T3: Der Tumor wächst in umliegendes Gewebe

T3a: nur mikroskopisch

T3b: auch makroskopisch (mit freiem Auge sichtbar)

T4: Der Tumor infiltriert benachbarte Organe

T4a: Prostata/Samenbläschen oder Vagina/Uterus

T4b: Bauchwand oder Beckenwand


LYMPHKNOTEN
N0: keine regionären Lymphknotenmetastasen
N1: Metastase in einem Beckenlymphknoten
N2: Metastasen in mehreren Beckenlymphknoten
N3: Lymphknotenmetastase an der Beckenarterie


FERNMETASTASEN:
M0: keine Fernmetastasen
M1: nachweisbare Fernmetastasen

Die Art der Therapie richtet sich nach Fortschritt der Erkrankung und Allgemeinzustand des Patienten.

In fr√ľhen Stadien reicht die lokale Entfernung des Tumors durch eine sogenannte TURB. Hier gelangt man √ľber die Harnr√∂hre in die Harnblase und kann so den Tumor entfernen. Im Anschluss wird zur Sicherheit eine Immun- oder Chemotherapie in die Harnblase gebracht.

Bei fortgeschrittenen Stadien, bei denen die Muskelschicht ebenfalls betroffen ist, ist die Entfernung der Harnblase mit Entnahme der umliegenden Lymphknoten indiziert, eventuell mit Anschluss einer Chemotherapie.

Alternativ zur Operation ist die Bestrahlung der Harnblase möglich. Dies wird vor allem im höheren Alter angeboten.

Bei metastasiertem Urothelkarzinom wird eine systemische Chemotherapie oder Immuntherapie durchgef√ľhrt.