Gemeinsam stark fĂŒrs Leben: Im Zeichen von Begleitung, Austausch und Zusammenhalt

Veranstaltung

AnlĂ€sslich des fĂŒnften Kinderhospiztages lud das Mobile Kinderpalliativteam des LKH Hochsteiermark, Standort Leoben, am 29. Mai 2026 zu einer Informations- und Begegnungsveranstaltung rund um die Themen Kinderpalliativversorgung, Familienbegleitung und Trauerarbeit ein.

© LKH Hochsteiermark

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Geschichten betroffener Familien, ihr Mut und ihre außergewöhnliche StĂ€rke. ErgĂ€nzt wurde das Programm durch fachliche VortrĂ€ge sowie den interdisziplinĂ€ren Austausch zwischen medizinischen, pflegerischen und psychosozialen Berufsgruppen. Ziel der Veranstaltung war es, Einblicke in den Alltag von Kindern und Jugendlichen mit lebensverkĂŒrzenden Erkrankungen und deren Familien zu geben und zugleich die wertvolle Arbeit der Kinderhospiz- und Palliativversorgung sichtbar zu machen.

Sensibler Übergang in die Erwachsenenmedizin

Unter dem Titel „Von der Transition zur Tradition“ sprach DGKP Verena Rauninger, akademische Expertin in Palliative Care, ĂŒber den oft herausfordernden Übergang von der Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenversorgung. Gemeinsam mit einer betroffenen Familie machte sie deutlich, wie sensibel dieser Schritt begleitet werden muss. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und junge Erwachsene keine großen Kinder. Genau deshalb braucht es in dieser Übergangsphase besonders viel VerstĂ€ndnis, Zeit und individuelle Begleitung“, betonte Rauninger.

OÄ Dr. Anna Trinkl, MSc, widmete sich in ihrem Vortrag den unterschiedlichen Krankheitsbildern von Kindern und Jugendlichen, die sowohl vom Mobilen Kinderpalliativteam als auch von der Abteilung fĂŒr Kinder- und Jugendheilkunde betreut werden. Zudem gab sie Einblicke in die Aufgaben und die umfassende Begleitung durch das Mobile Kinderpalliativteam. ErgĂ€nzt wurde der fachliche Einblick durch die bewegende Geschichte einer betroffenen Familie. „Unser Ziel ist es, nicht nur medizinisch bestmöglich zu begleiten, sondern Familien in ihrer gesamten LebensrealitĂ€t wahrzunehmen und zu unterstĂŒtzen“, erklĂ€rte Dr. Trinkl.

Trauer sichtbar machen und Familien stÀrken

Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Vortrag von DGKP Barbara Prieler, MSc, mit dem Titel „Ohne dich leben, mein Kind - oder doch mit dir“. Vorgestellt wurden Ergebnisse einer Masterarbeit ĂŒber die Trauererfahrungen von Eltern in der Obersteiermark. Persönliche ErzĂ€hlungen betroffener Familien machten deutlich, wie individuell Trauer erlebt wird und wie verbindend gemeinsames Verstehen sein kann. Prieler betonte dabei: „Wenn ein Kind geht, verlieren Eltern nicht nur einen Menschen, sondern auch ein StĂŒck ihres Herzens.“ Gleichzeitig wurde sichtbar, wie wichtig Begleitung, VerstĂ€ndnis und gemeinsamer Austausch fĂŒr betroffene Familien sind.

In diesem Zusammenhang wurde auch die enge interdisziplinĂ€re Zusammenarbeit zwischen dem Mobilen Kinderpalliativteam, der Abteilung fĂŒr Kinder- und Jugendheilkunde sowie dem Hospizverein hervorgehoben. Die Besucherinnen und Besucher erhielten Einblicke in die vielfĂ€ltigen UnterstĂŒtzungsangebote fĂŒr Kinder und Familien in belastenden Lebenssituationen.

Bewegende Einblicke in den Familienalltag

Besonderen Raum nahm die Fotoausstellung „Gemeinsam stark fĂŒr das Leben“ der Fotografin Mareike Obermayr ein. Die berĂŒhrenden Momentaufnahmen zeigten das Leben eines betroffenen Kindes und seiner Familie und machten NĂ€he, Zusammenhalt und Menschlichkeit sichtbar. Sozialarbeiterin Manuela Praast betonte dabei die besondere Kraft dieser Bilder: „WĂ€re das alles nicht passiert, hĂ€tten wir viele dieser besonderen Momente vielleicht nie erlebt. Trotz aller Herausforderungen hat die Familie gelernt, das Leben bewusster wahrzunehmen.“

FĂŒr die musikalische Umrahmung sorgte Eva K. Anderson. Als Mutter eines vom Mobilen Kinderpalliativteam begleiteten Kindes verlieh sie der Veranstaltung mit ihren selbst komponierten Liedern eine besonders persönliche und berĂŒhrende Note.

Eng begleitet wird das Mobile Kinderpalliativteam außerdem vom Verein „Kinder leben auf Zeit“, der Familien in herausfordernden Lebenssituationen mit rascher und unbĂŒrokratischer Hilfe zur Seite steht. Neben organisatorischer UnterstĂŒtzung werden betroffene Familien auch in finanziellen Belangen entlastet und auf ihrem Weg begleitet.

Die Veranstaltung machte eindrucksvoll deutlich, wie bedeutend das Zusammenspiel aus medizinischer Versorgung, Pflege, Hospizarbeit und familiĂ€rer UnterstĂŒtzung fĂŒr betroffene Kinder, Jugendliche und deren Angehörige ist.

Weitere Informationen:

Mobiles Kinderpalliativ-Team 

Tel.:  +43 (3842) 401 3165
Mobil: +43 (664) 61 46 680

Mail: kinderpalliativ.leoben@kages.at