Die Reha kommt jetzt nach Hause: mobiREM im Mürztal gestartet
Seit Anfang August ist das neue mobiREM-Team des LKH Hochsteiermark, Standort Mürzzuschlag, unterwegs. Ältere Menschen werden nach Operationen, Unfällen oder schweren Erkrankungen direkt zu Hause dabei unterstützt, ihren Alltag wieder möglichst selbstständig zu bewältigen.
Seit 3. August 2026 gibt es die mobile geriatrische Remobilisation – kurz mobiREM – auch im Mürztal. Das neue Team am LKH Hochsteiermark, Standort Mürzzuschlag, besteht derzeit aus sechs Personen. Ab Herbst wird das Team durch ein weiteres Mitglied im Bereich Physiotherapie verstärkt. Die Behandlung findet direkt bei Patient*innen zu Hause statt, die nach einem Akutereignis weitere Unterstützung benötigen, um ihre Selbstständigkeit im Alltag zurückzugewinnen.
Das Angebot richtet sich an ältere, multimorbide Menschen, die etwa nach einer Operation, einem Unfall, einer schweren Infektion oder einem Krankenhausaufenthalt Unterstützung bei ihrer Remobilisation benötigen. Statt für die weitere Therapie eine stationäre oder tagesambulante Einrichtung aufsuchen zu müssen, werden sie von einem geriatrisch spezialisierten Team in ihrem eigenen Zuhause betreut.
„Mit dem Start in Mürzzuschlag können wir mobiREM nun auch den Menschen im Mürztal anbieten und damit die geriatrische Versorgung in der Region um ein wichtiges Angebot ergänzen“, erklärt Andreas Köck, Projektleiter von mobiREM. „Unser Ziel ist es, Patient*innen dabei zu unterstützen, möglichst viel Selbstständigkeit zurückzugewinnen und so lange wie möglich sicher in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können.“
Der eigene Alltag wird zum Trainingsfeld
Das Team arbeitet multiprofessionell und vereint die Bereiche Medizin, Physiotherapie, Ergotherapie, Sozialarbeit und Psychologie. Auf Basis eines umfassenden geriatrischen Assessments wird für jede*n Patient*in ein individueller Behandlungsplan erstellt. Die Betreuung erfolgt über mehrere Wochen direkt im häuslichen Umfeld. Gerade darin liegt ein zentraler Ansatz von mobiREM: Die Therapie findet dort statt, wo die alltäglichen Herausforderungen tatsächlich auftreten – etwa beim Aufstehen, beim Gehen in der Wohnung, beim Treppensteigen oder bei anderen Aktivitäten des täglichen Lebens.
„Der große Vorteil des mobilen Angebots liegt darin, dass wir die individuelle Lebenssituation der Patient*innen unmittelbar berücksichtigen können“, erklärt Dr. Renate Redl, Ärztin im mobiREM-Team Mürzzuschlag. „Medizinische Betreuung und therapeutische Maßnahmen können dadurch gezielt auf jene Fähigkeiten ausgerichtet werden, die für einen möglichst selbstständigen Alltag zu Hause besonders wichtig sind.“
Aus physiotherapeutischer Sicht bietet das häusliche Umfeld besondere Möglichkeiten: „Wir können direkt mit den Gegebenheiten arbeiten, welche für die Patient*innen im täglichen Leben relevant sind“, sagt Franziska Schmoll, Physiotherapeutin im mobiREM-Team Mürzzuschlag. „So können beispielsweise Bewegungsabläufe, sicheres Gehen oder das Bewältigen von Stufen unter genau jenen Bedingungen trainiert werden, die auch nach Abschluss der Therapie im Alltag eine Rolle spielen.“
Angehörige und Betreuungspersonen werden einbezogen
Auch Angehörige und Betreuungspersonen können in die Therapie eingebunden werden. Sie erhalten bei Bedarf konkrete Anleitungen und Hilfestellungen, um die Patient*innen im Alltag bestmöglich zu unterstützen. Darüber hinaus können etwa Fragen zur Wohnsituation oder zu weiterführenden Unterstützungsangeboten gemeinsam mit dem multiprofessionellen Team behandelt werden.
Die Art und Dauer der Betreuung orientieren sich am individuellen Remobilisationsziel. Neben medizinischer Diagnostik und Begleitung gehören unter anderem Bewegungs- und Alltagstraining, physiotherapeutische und ergotherapeutische Maßnahmen sowie bei Bedarf soziale und/oder psychologische Beratung zum Angebot.
Für die Patient*innen entstehen keine Kosten. Die Finanzierung erfolgt durch den Gesundheitsfonds Steiermark und die Österreichische Gesundheitskasse.
MobiREM wurde 2017 von der KAGes in Hörgas als Pilotprojekt gestartet und seither schrittweise weiterentwickelt. Mittlerweile sind elf mobiREM-Teams in der Steiermark im Einsatz. Mit dem Start des Teams in Mürzzuschlag steht die mobile geriatrische Remobilisation nun auch im Mürztal zur Verfügung.
Die Zuweisung erfolgt durch niedergelassene Ärzt*innen sowie durch Ärzt*innen im Krankenhaus über die digitale Plattform steiermark.mobirem.at. Bis Mitte Juli 2026 wurden steiermarkweit bereits rund 1.500 Patient*innen von 265 Zuweiser*innen über die Plattform angemeldet.
Weitere Informationen unter: www.mobirem.at